Arbeitszeitrechner

Arbeitszeitrechner: Netto-Arbeitszeit mit Pausen, Dezimalstunden und Überstunden berechnen

Der Arbeitszeitrechner zieht von Beginn bis Ende die Pausen ab und zeigt die Netto-Arbeitszeit in Stunden:Minuten und als Dezimalzahl, dazu Über- oder Minusstunden, den Feierabend und den frühesten Arbeitsbeginn am nächsten Tag. Jede Eingabe wird gegen das Arbeitszeitgesetz geprüft: Mindestpause, 10-Stunden-Grenze, 11 Stunden Ruhezeit und Nachtarbeit.

Pausen eingeben als
Erweitert: Sollzeit, letzte Schicht, Ruhezeit
h pro Woche ÷ Tage
aktiviert die Prüfung der Ruhezeit nach § 5

Netto-Arbeitszeit

–

–

Anwesenheit (brutto)

–

Beginn bis Ende

Pausen

–

–

Saldo zum Soll

–

–

Nächster Arbeitsbeginn

–

–

ArbeitPause (als Dauer: Lage nicht angegeben)RuhezeitNachtzeit 23–6 Uhr6 / 8 / 9 / 10 h netto
ArbZG-Prüfung
RegelGrenzeIhr WertStatus

Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Ausnahmen nach § 7 ArbZG sind nicht abgebildet.

Arbeitszeit berechnen: Tag, Nachtschicht und Woche im Rechner eingeben

Einen Arbeitstag berechnen

  1. Im Tab Tag den Arbeitsbeginn eintragen, zum Beispiel 08:00.
  2. Das Arbeitsende eintragen, zum Beispiel 17:00.
  3. Die Pause in Minuten eintragen (45) oder unter Pausen eingeben als auf Uhrzeit umschalten und von–bis eingeben (12:00–12:45). Mit + Pause kommen bis zu sechs Pausen hinzu, die addiert werden.
  4. Das Ergebnis ablesen: 8:15 h netto, 8,25 Dezimalstunden, 9:00 h brutto. Das Tagesband und die ArbZG-Prüfung darunter zeigen, ob Pause, Tageshöchstzeit und Ruhezeit eingehalten sind.

Die Schnellauswahl über den Feldern füllt typische Tage mit einem Klick, etwa 08:00–16:30 mit 30 Minuten. Unter Erweitert stehen das Tagessoll (8:00 h vorbelegt, auch aus Wochenstunden ÷ Arbeitstage), das Ende der letzten Schicht für die Prüfung der Ruhezeit und die verkürzte Ruhezeit von 10 Stunden für Krankenhaus, Pflege und Gastronomie. Fehlt Pause, nennt der Rechner die fehlenden Minuten. Mit Uhrzeit eingegebene Pausen prüft er zusätzlich auf höchstens 6 Stunden Arbeit am Stück.

Nachtschicht über Mitternacht berechnen

  1. Beginn 22:00 und Ende 06:00 eintragen. Liegt das Ende vor dem Beginn, wertet der Rechner die Schicht als Schicht über Mitternacht.
  2. Die Pause eingeben, zum Beispiel 30 Minuten.
  3. Ergebnis: 8:00 h brutto, 7:30 h netto. Die Schicht zählt zum Tag, an dem sie beginnt.
  4. Die Stunden in der Nachtzeit von 23 bis 6 Uhr stehen gesondert im Ergebnis, hier 7:00 h; ab mehr als 2 Stunden darin liegt Nachtarbeit vor.

Wochenarbeitszeit summieren

  1. In den Tab Woche wechseln und Montag ausfüllen.
  2. Mit Montag auf Di–Fr übertragen die Zeiten des Montags kopieren und abweichende Tage einzeln ändern. Mehrere Pausen eines Tages als Summe eingeben, etwa 15+30.
  3. Unter Erweitert das Soll pro Woche wählen, zum Beispiel 40 oder 39 (TVöD).
  4. Summe, Saldo, Monatshochrechnung und die Ruhezeit zwischen den Tagen ablesen; Woche als CSV speichert die Tabelle für den Stundenzettel.
Beispielwoche bei 40 Stunden Soll
TagBeginn–EndePauseNetto
Montag08:00–16:3030 min8:00
Dienstag07:30–16:4545 min8:30
Mittwoch08:00–16:0030 min7:30
Donnerstag08:00–17:1545 min8:30
Freitag08:00–13:30keine5:30
Woche38:00 (−2:00)

Brutto- und Netto-Arbeitszeit: Anwesenheit minus Ruhepausen

Brutto ist die Zeit von Arbeitsbeginn bis Arbeitsende einschließlich aller Pausen. Netto ist Brutto ohne die Ruhepausen; so definiert § 2 ArbZG die Arbeitszeit, und sie ist in der Regel die bezahlte Zeit.

Netto = Ende − Beginn − Pausen  |  08:00–17:00 Uhr mit 45 min = 9:00 h − 0:45 h = 8:15 h

Gesetzliche Pausen nach § 4 ArbZG: 30 oder 45 Minuten, ab wann sie gelten

Die Mindestpause richtet sich nach der Netto-Arbeitszeit des einzelnen Tages, nicht nach der Anwesenheit und nicht nach den Wochenstunden im Vertrag. Grenzfälle, Raucherpausen und den automatischen Pausenabzug erklärt die Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz.

Arbeitszeit nettoMindestpauseBeispiel
bis 6:00 hkeine09:00–15:00 Uhr = 6:00 h
über 6 bis 9 h30 Minuten08:00–16:30 Uhr = 8:00 h netto
über 9 h45 Minuten07:00–17:00 Uhr = 9:15 h netto

Was als Arbeitszeit zählt: Pausen, Arbeitsweg, Umziehen, Bereitschaft und Arzttermin

Ob eine Zeit zwischen Beginn und Ende gehört, entscheidet die Eingabe. Die Tabelle gibt die Regel nach dem Arbeitszeitgesetz; Einzelfälle mit Urteilen stehen unter Was zählt als Arbeitszeit.

ZeitartArbeitszeit?Hinweis
Ruhepause ab 15 MinutenNeinWird abgezogen
Kurzpause unter 15 MinutenJaErsetzt keine Ruhepause
Arbeitsweg Wohnung – BetriebNeinAuch bei Stau
Dienstreise, Außendienst zum ersten KundenJaAußendienst ohne festen Arbeitsort: EuGH 2015
Umkleiden bei Pflichtkleidung im BetriebJaNur bei vorgeschriebener, auffälliger Kleidung
BereitschaftsdienstJaAufenthalt an vorgegebenem Ort
RufbereitschaftNur EinsatzWartezeit zählt nicht
ArztterminMeist neinBezahlt nur, wenn er nicht in die Freizeit gelegt werden kann
Arbeit bei mehreren ArbeitgebernJaFür die Grenzen zusammenrechnen

Dezimalstunden und Industrieminuten für Stundenzettel und Lohnabrechnung

Lohnprogramme und Excel rechnen mit Dezimalstunden, weil sich diese addieren und mit dem Stundenlohn multiplizieren lassen. Die Minuten werden durch 60 geteilt; Industrieminuten sind dieselbe Zahl mal 100. Die vollständige Tabelle von 1 bis 60 Minuten und die Excel-Formeln stehen unter Minuten in Dezimalstunden umrechnen.

Dezimalstunden = Stunden + Minuten ÷ 60  |  7:45 h = 7 + 45 ÷ 60 = 7,75
h:mmDezimalIndustrieminuten
0:150,2525
0:300,5050
0:450,7575
7:457,75775
8:208,33833
4:254,42442

Summen aus Minuten bilden, nicht aus gerundeten Dezimalwerten. 20 Tage zu 7:50 h ergeben 156:40 h; wer 20 × 7,83 rechnet, kommt auf 156,60 und verliert 4 Minuten.

Feierabend berechnen: Beginn plus Sollzeit plus Pflichtpause

Der Tab Feierabend rechnet aus Arbeitsbeginn und Sollzeit das Ende des Arbeitstags. Die Pflichtpause kommt automatisch hinzu, sobald die Sollzeit über 6 Stunden liegt; mit Jetzt übernimmt der Rechner die aktuelle Uhrzeit als Beginn und zählt die verbleibende Arbeitszeit minütlich herunter.

Feierabend = Beginn + Sollzeit + Pflichtpause  |  09:00 + 8:00 h + 0:30 h = 17:30 Uhr

Überstunden und Minusstunden: Ist gegen Soll

Der Saldo ist die Netto-Arbeitszeit minus die vertragliche Sollzeit, für Tag und Woche gleich gerechnet. Wann Überstunden bezahlt werden und wie das Arbeitszeitkonto funktioniert, steht unter Überstunden berechnen.

Saldo = Ist − Soll
ZeitraumSollIstSaldo
Tag: 08:00–18:00 Uhr, 30 min Pause8:009:30+1:30
Woche aus dem Beispiel oben40:0038:00−2:00
Woche: 5 × 8 h + Samstag 10 h40:0050:00+10:00

Höchstarbeitszeit und Ruhezeit: 8, 10 und 48 Stunden, 11 Stunden Pause bis zur nächsten Schicht

Die Grenzen gelten für die Netto-Arbeitszeit und für die Summe aller Jobs. Ausgleichszeitraum, zwei Jobs und Ausnahmen erklärt Wie lange darf ich arbeiten.

RegelGrenzeParagraf
Werktägliche Arbeitszeit8 Stunden, Montag bis Samstag§ 3 ArbZG
Verlängerungbis 10 Stunden, wenn in 6 Monaten oder 24 Wochen im Schnitt 8 Stunden eingehalten werden§ 3 ArbZG
Woche48 Stunden im Durchschnitt (6 Werktage × 8 h)§ 3 ArbZG
Ruhezeit11 Stunden ununterbrochen zwischen zwei Arbeitstagen§ 5 Abs. 1 ArbZG
Verkürzte Ruhezeit10 Stunden in Krankenhaus, Pflege, Gastronomie, Hotel, Verkehr, Rundfunk und Landwirtschaft, ausgeglichen durch 12 Stunden in 1 Monat oder 4 Wochen§ 5 Abs. 2 ArbZG
Nachtarbeitnehmer8 Stunden, bis 10 Stunden mit Ausgleich in 1 Monat oder 4 Wochen§ 6 Abs. 2 ArbZG
Frühester Beginn = Arbeitsende + 11 h  |  Ende 22:00 Uhr → Beginn frühestens 09:00 Uhr

Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: was gilt

Monatsstunden und Jahresstunden aus der Wochenarbeitszeit

Ein Monat hat im Durchschnitt 52 ÷ 12 = 4,33 Wochen; mit Schaltjahren gerechnet sind es 4,348, in Verträgen oft auf 4,35 gerundet. Arbeitstage nach Bundesland und den Stundenlohn aus dem Gehalt zeigt Arbeitsstunden pro Monat.

Monatsstunden = Wochenstunden × 4,33
WochenstundenMonat × 4,33Monat × 4,348Jahr × 52
20 h86,67 h86,96 h1.040 h
30 h130,00 h130,44 h1.560 h
35 h151,67 h152,18 h1.820 h
38,5 h166,83 h167,40 h2.002 h
39 h169,00 h169,57 h2.028 h
40 h173,33 h173,92 h2.080 h

Der tatsächliche Monat schwankt bei 40 Wochenstunden zwischen etwa 160 und 184 Stunden, je nach Arbeitstagen und Feiertagen. Der TVöD rechnet mit 39 Wochenstunden, der TV-L je nach Land mit 38,5 bis 40.

Arbeitszeit aufzeichnen und aufbewahren: Pflicht seit 2022

Häufige Fragen zum Arbeitszeitrechner

Muss ich bei genau 6 Stunden Pause machen?

Nein. Die Pflicht von 30 Minuten beginnt erst bei mehr als 6 Stunden Netto-Arbeitszeit, also ab 6:01 h. Details unter Pausenregelung.

Zählt eine 10-Minuten-Pause als Ruhepause?

Nein. Eine Ruhepause dauert mindestens 15 Minuten; kürzere Unterbrechungen zählen auch zusammengerechnet nicht zur Pflichtpause.

Wie rechne ich 22–6 Uhr?

Beginn 22:00 und Ende 06:00 eingeben: Das sind 8:00 h brutto, mit 30 Minuten Pause 7:30 h netto. Weil das Ende vor dem Beginn liegt, rechnet der Rechner über Mitternacht; Zuschlagsfenster erklärt Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit.

Wie viele Stunden hat ein Monat bei 40 Stunden pro Woche?

Im Durchschnitt 173,33 Stunden (40 × 4,33). Ein einzelner Monat liegt je nach Arbeitstagen zwischen etwa 160 und 184 Stunden; siehe Arbeitsstunden pro Monat.

Zählt der Arbeitsweg?

Nein, der Weg von der Wohnung zum Betrieb ist keine Arbeitszeit. Dienstreisen und im Außendienst die Fahrt zum ersten Kunden zählen dagegen; siehe Was zählt als Arbeitszeit.

Darf ich 12 Stunden arbeiten?

Nein, nicht ohne Tarifvertrag oder behördliche Genehmigung. Das Gesetz erlaubt höchstens 10 Stunden netto pro Tag; mehr ist nur über die Ausnahmen in § 7 ArbZG möglich, siehe Höchstarbeitszeit.

Berücksichtigt der Rechner meinen Tarifvertrag?

Nein. Er prüft die Regeln des Arbeitszeitgesetzes; abweichende Pausen, Ruhezeiten oder Zuschläge aus Tarif und Betriebsvereinbarung bildet er nicht ab.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nur im eigenen Browser, nicht auf einem Server. Die letzten Eingaben liegen im lokalen Speicher des Geräts und sind beim nächsten Besuch wieder da; einen dauerhaften Nachweis ersetzt das nicht, dafür gibt es den Stundenzettel.

Gilt das ArbZG im Homeoffice und im Minijob?

Ja. Pausen, Höchstarbeitszeit und Ruhezeit gelten in beiden Fällen vollständig; bei Hauptjob plus Minijob werden die Stunden zusammengerechnet.